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Teesorten

Vom zarten Weißtee bis zum kräftigen Assam

Ein Blatt, viele Charaktere: Hier finden Sie die sechs wichtigsten Teefamilien mit Herkunft, Verarbeitung, Geschmack und den passenden Zubereitungswerten.

Vergleich der Teesorten
SorteOxidationTemperaturZiehzeitMenge / 250 mlKoffein*
Schwarzteevollständig95–100 °C3–5 min2–3 gmittel bis hoch
Grünteekeine70–80 °C1–3 min2–3 gniedrig bis mittel
Weißer Teesehr gering75–85 °C3–5 min2–3 gniedrig bis mittel
Oolongteilweise (10–70 %)85–95 °C2–4 min3 gmittel
Matchakeine70–80 °Caufschlagen1–2 g auf 70 mlhoch
Kräuter / Rooibos–100 °C5–10 min2–3 gkoffeinfrei

* Grobe Einordnung. Der tatsächliche Koffeingehalt hängt stark von Sorte, Blattgrad, Menge, Temperatur und Ziehzeit ab und kann innerhalb einer Teefamilie erheblich schwanken.

Lose Schwarzteeblätter in einer Schale und eine Tasse kupferroter Tee
Vollständig oxidiert

Schwarztee

In Deutschland die meistgetrunkene Teesorte – vom Ostfriesen-Blend bis zum feinen First Flush aus Darjeeling.

Temperatur95–100 °C
Ziehzeit3–5 min
Aufgüsse1
Geschmackmalzig

Nach der Ernte werden die Blätter gewelkt, gerollt und anschließend vollständig oxidiert. Dabei verfärben sie sich dunkel und entwickeln die typischen Aromen von Malz, Honig, Trockenfrüchten oder Muskateller. Bekannte Anbaugebiete sind Assam und Darjeeling in Indien, Ceylon (Sri Lanka) sowie Yunnan und Fujian in China.

Eine Besonderheit ist die Einteilung nach Blattgrad: Blatt-Tees (z. B. OP) ergeben einen runderen Aufguss, während Broken- und Fannings-Qualitäten schneller und kräftiger ziehen – sie stecken häufig in Teebeuteln.

Grüne Sencha-Nadeln in einem Holzlöffel neben einer Tasse grünem Tee
Nicht oxidiert

Grüntee

Frisch, grasig, nussig oder marin: Grüntee ist die vielfältigste Teefamilie überhaupt.

Temperatur70–80 °C
Ziehzeit1–3 min
Aufgüsse2–3
Geschmackfrisch

Um die Oxidation zu verhindern, werden die frischen Blätter direkt nach der Ernte erhitzt. In Japan geschieht das meist durch Dämpfen – das ergibt die leuchtend grünen, vegetabilen Tees wie Sencha oder Gyokuro. In China werden die Blätter traditionell in der Pfanne geröstet, was zu nussigen, leicht süßlichen Noten führt, etwa bei Long Jing („Drachenbrunnen“).

Grüntee reagiert empfindlich auf zu heißes Wasser. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Grüntee richtig aufgießen.

Minimal verarbeitet

Weißer Tee

Junge, flaumig behaarte Knospen – nur gewelkt und getrocknet. Zarter geht Tee kaum.

Temperatur75–85 °C
Ziehzeit3–5 min
Aufgüsse2–3
Geschmackblumig

Weißer Tee stammt ursprünglich aus der chinesischen Provinz Fujian. Die berühmteste Sorte, Bai Hao Yin Zhen („Silbernadel“), besteht ausschließlich aus Knospen. Bai Mu Dan („Weiße Pfingstrose“) enthält zusätzlich ein bis zwei junge Blätter und schmeckt etwas kräftiger.

Weil die Blätter so locker und voluminös sind, wirkt eine Portion optisch groß. Eine Küchenwaage hilft beim richtigen Dosieren.

Teilweise oxidiert

Oolong

Zwischen Grün und Schwarz: Oolong ist die Kunst der kontrollierten Oxidation.

Temperatur85–95 °C
Ziehzeit2–4 min
Aufgüsse3–5
Geschmackvielschichtig

Je nach Oxidationsgrad reicht das Spektrum von hellen, blumig-cremigen Oolongs aus den Bergen Taiwans (etwa Alishan oder Milky Oolong) bis zu dunklen, gerösteten Varianten wie dem Da Hong Pao aus den Wuyi-Bergen.

In China und Taiwan wird Oolong gerne im Gongfu-Stil zubereitet: viel Blatt, wenig Wasser, sehr kurze Aufgüsse. So lässt sich verfolgen, wie sich der Geschmack von Aufguss zu Aufguss verändert.

Gemahlener Grüntee

Matcha

Beim Matcha trinkt man das ganze Blatt – fein vermahlen und schaumig aufgeschlagen.

Temperatur70–80 °C
Menge1–2 g
Wasser60–80 ml
Geschmackumami

Die Teepflanzen werden einige Wochen vor der Ernte beschattet. Die Blätter (Tencha) werden gedämpft, getrocknet, von Stielen und Adern befreit und anschließend in Steinmühlen zu feinem Pulver vermahlen.

So gelingt Matcha: Pulver in eine Schale sieben, etwas warmes Wasser zugeben und mit dem Bambusbesen (Chasen) zügig in Zickzack-Bewegungen aufschlagen, bis ein feiner Schaum entsteht.

Teeähnliche Erzeugnisse

Kräutertee & Rooibos

Pfefferminze, Kamille, Fenchel oder Rooibos – Aufgüsse ohne Teepflanze, aber mit großer Tradition.

Temperatur100 °C
Ziehzeit5–10 min
Koffeinkeins
Geschmackvielfältig

Kräuter- und Früchteaufgüsse sind in Deutschland äußerst beliebt. Rooibos („Rotbusch“) stammt aus den Zederbergen Südafrikas und hat ein mildes, leicht süßliches, vanilleartiges Aroma.

Wichtig zur Hygiene

Kräuter- und Früchtetees sollten immer mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen werden und mindestens fünf Minuten ziehen. So empfehlen es auch Verbraucherschutzorganisationen, da es sich um naturbelassene Agrarprodukte handelt.

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